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am 29. März 2018

Vor dem Vorhang: Lama Lady, Astrid Herler

Ruth Lerz - Ich habe mich in ein Lama verliebt. Es heißt Caral und ist Teil einer 8- köpfigen Herde von Lamas und Alpakas, die unter der sanften Leitung der Zoologin Astrid Herler eines der bezauberndsten Tiererlebnisse im Wienerwald darstellt.Bei Wanderungen und Erlebnis-Stunden rund um den Buchberg haben auch Sie die Gelegenheit mit diesen wunderbaren Tieren aus der Familie der Kamele in Kontakt zu treten.

Wenn Astrid Herler von ihrem Beruf spricht, strahlt sie aus allen Poren. „Diese Tiere machen mich einfach glücklich und wenn ich sie ansehe, muss ich lachen. Ich freue mich jeden Tag auf die Zeit, die ich mit ihnen verbringen darf“.

Ihre Herde besteht aus den Lamas Sir Henry – dem Chef der Gruppe, Salvatore, Ferdinand und Caral, sowie aus 4 Alpakas namens Diego, Rico, Aron und Pato.

„Jedes Tier ist, so wie der Mensch, ein Individuum. Lässt man sich auf seine Eigenheiten ein, kann man unvergessliche Momente voller gegenseitiger Achtung, Respekt, Vertrauen, Freude und viel Spaß miteinander haben“.

Doch wie ist die gebürtige Breitenfurterin eigentlich dazu gekommen?

Tiere und die Liebe zur Natur sind ihr seit ihrer Kindheit wichtig. Nach der Volksschule in der Internationalen Schule und dem Oberstufenrealgymnasium in Wien, besucht sie ein Tourismus Kolleg, wovon sie auch bei ihrer jetzigen Tätigkeit sehr profitiert. Denn neben der täglichen Arbeit auf der Weide und bei den Wanderungen stehen natürlich auch administrative Tätigkeiten, Verlässlichkeit, sowie Werbung und Verkauf an der Tagesordnung.

Danach arbeitet sie bei einem Reiseveranstalter, wo sie für die Abwicklung der Incentives zuständig ist, und als Chefsekretärin bei einem Wirtschaftsanwalt.

Dazwischen unternimmt sie immer wieder  Reisen als Backpackerin nach Asien, wo sie Landschaft, Leute und Philosophie gleichermaßen faszinieren.

Sie macht einige Tauchkurse am roten Meer, wird von der Schönheit der Flora und Fauna unter Wasser inspiriert und beschließt Biologie an der Uni Wien zu studieren. Dort entdeckt sie ihre Liebe zur Verhaltensforschung und zu ihrem Ehemann, Jürgen.

Gleichzeitig macht sie eine Ausbildung zur Reiki-Meisterin.

Sie forscht in Deutschland und Holland und als sie ihre Diplomarbeit über asiatische Elefanten zum Thema Lautbildung von Jungtieren verfasst, ist sie hochschwanger mit ihrem Sohn Jonah.

Neben dem Studium arbeitet sie im Zoo Schönbrunn. Dort beobachtet sie die Reaktionen der BesucherInnen auf die Tiere und stellt fest, wir sehr die Menschen dazu neigen Tiere zu vermenschlichen. Sie führt das darauf zurück, dass der direkte Kontakt zu den Tieren fehlt. Es ist einfach nicht möglich sich näher auf die Tiere einzulassen.

So entsteht ihr Wunsch ein Angebot zu schaffen, bei dem Mensch und Tier in einem sicheren Rahmen zusammenkommen. Sie absolviert eine Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Aktivitäten und Fördermaßnahmen und lernt diverse Angebote mit Pferden, Schafen, Achatschnecken (ja, sie haben richtig gelesen ;-)) und mit Lamas und Alpakas kennen.

Ihre anfängliche Skepsis diesen, aus den Anden stammenden Tieren gegenüber, schlug schnell in große Faszination um, denn Lamas sind perfekt um den Menschen zu zeigen, wie man mit Tieren umgehen sollte. Sie verlangen, dass man Grenzen wahrt, Abstand hält und sich respektvoll und behutsam nähert. Dabei sind sie freundlich und abgesehen davon, dass sie durch Spucken anzeigen, dass man ihre Körpersprache mehrmals ignoriert hat, sind sie gänzlich unaggressiv.

Die junge Familie beginnt mit dem Bau eines Stroh gedämmten Holzständehauses in Maria Anzbach, den sie in ihrem Blog unserhauswaechstnach.org dokumentieren. Gleichzeitig sucht Astrid Herler nach geeigneten Tieren, indem sie viel recherchiert und verschiedene Züchter besucht. Sie nimmt einen Jungunternehmerkredit auf und pachtet eine Weide in Burgstall Oed. Das Grundstück wird eingezäunt, ein fahrbarer Unterstand wird angeschafft und die ersten eigenen Lamas und Alpakas werden gekauft.

Schon bald kommen Leute aus ganz Niederösterreich und Wien und im dritten Jahr beginnt das neue Unternehmen Gewinn zu machen.

Sie bietet sowohl Wanderungen für Familien, Einzelpersonen, Firmen und Schulen als auch Erlebnisstunden und Kindergeburtstage für Kleinere an, bei denen die Kinder  mit den Tieren auf der Weide sind, sie beobachten, sich nähern, füttern und auch streicheln und bürsten dürfen.

Auch Kinder, die anfänglich eher ängstlich reagieren, bauen im Laufe der Tierbegegnung eine schönen Beziehung auf und wollen sich dann von „ihrem“ Tier nicht trennen. Astrid Herler nimmt sich gerne zurück, greift nicht sofort in jede Situation ein und lässt die Menschen ihre eigenen Erfahrungen machen. Die Menschen wachsen an der Herausforderung ihr Tier zu führen und sind dann unheimlich stolz, wenn sie eine schwierige Situation gemeistert haben.

Oft beobachtet sie, wie die Kunden anfangs gestresst kommen, im Laufe der Wanderung immer ruhiger werden und am Ende total gechillt sind. Ob ihre Tiere auch spucken, möchte ich wissen. Die Lama Lady lacht und sagt, dass es schon vorkommen kann, aber das ist sehr, sehr selten, da ihre Tiere gut sozialisiert sind und die Menschen von ihr sorgfältig darauf vorbereitet werden, wie sie sich zu verhalten haben.

Meine Frage, ob sie nie daran gezweifelt hat, ob das Unternehmen gelingen würde, beantwortet sie folgendermaßen: „Diesbezüglich hat mir Reiki sehr geholfen. Es hat mir ermöglicht, das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten, es gelassener und freudiger zu leben, nach innen zu schauen, Verantwortung zu übernehmen und meine Träume zu verwirklichen. Wenn ich etwas wirklich von ganzem Herzen will und mache, dann gelingt es auch und alles um mich herum hilft, dass es wahr wird. Gleichzeitig muss man aber flexibel sein und mehrere Türen öffnen“.

Was die Zukunft noch bringen soll?

„Ich bin glücklich und zufrieden, dass alles so läuft und dass unser Sohn, der erst den Waldkindergarten besucht hat und jetzt in die „Neue Schule“ geht, in dieser wunderschönen Gegend in der Natur aufwachsen darf. Vielleicht ergibt es sich ja, dass ich einmal jemanden anstellen kann, aber im Moment passt es so.“

Ein Lama Lady Imperium ist also nicht geplant ;-).

Informationen über das Angebot mit Lamas und Alpakas finden sie unter www.lama-lady.at

sowie auf der Facebook Seite: Lamayah – Lama Lady

Ihre Reiki Kurse und Behandlungen bietet Astrid Herler in Wien und Maria Anzbach an.

Infos dazu gibt es unter: www.reiki-licht.at

Wer Interesse hat, kann sich hier über das Angebot von Jürgen Herler informieren: www.vertikalbeet.at

(Das ist jedoch einen andere Geschichte ;-)) 

 

Astrid Herler